Die Sinnhaftigkeit und Wirksamkeit der Rasendüngung werden von vielen Faktoren bestimmt, darunter die Art und Beschaffenheit des Düngemittels, die Wachstumsmerkmale des Rasengrases, die Wachstumsperiode, das Klima, der Boden und andere ökologische Faktoren sowie verschiedene Pflegemaßnahmen.
Nährstoffangebot und -nachfrage
Nährstoffangebot und -bedarf bilden die Grundlage für die Beurteilung, ob der Rasen gedüngt werden muss und welche Art von Dünger erforderlich ist. Dabei spielen vor allem der Nährstoffbedarf des Rasens und die Bodenfruchtbarkeit eine Rolle. Der Nährstoffstatus des Rasens lässt sich durch Pflanzenernährungsanalysen und Gewebemessungen bestimmen, die Nährstoffaufnahmekapazität des Bodens durch Bodenuntersuchungen. Die Kombination beider Methoden ermöglicht die Ermittlung von Nährstoffangebot und -bedarf des Rasens und somit eine gezielte Düngung.
Die Pflanzendiagnostik ist eine sehr wichtige Technologie, insbesondere bei der Stickstoffdüngung. Der Nährstoffbedarf des Rasens lässt sich anhand von Mangelsymptomen bestimmen, jedoch müssen andere Ursachen wie Staunässe und Temperaturschwankungen ausgeschlossen werden. Gewebeanalysen ermöglichen die direkte Bestimmung der tatsächlich vom Rasen aufgenommenen und verwerteten Nährstoffmenge, was insbesondere für Spurenelemente von Bedeutung ist.
Bodenanalysen ermöglichen es, die Fruchtbarkeit des Rasenbodens umfassend zu beurteilen und so die Nährstoffzusammensetzung, das Nährstoffverhältnis und die Ausbringungsmenge von Dünger zu bestimmen. Um Kosten zu sparen, wird bei der Ausbringung von Grunddünger die Menge an Phosphor und Kalium hauptsächlich anhand der Ergebnisse der Bodenanalyse festgelegt. Bodenanalysen sollten auch während der Rasenpflege regelmäßig durchgeführt werden.eingewachsene Rasenflächenund der Düngemittelanwendungsplan sollte schrittweise verbessert werden.
Eigenschaften des Nährstoffbedarfs von Rasengras
Verschiedene Rasengräser unterscheiden sich stark in ihrem Nährstoffbedarf, insbesondere an Stickstoff. Rotschwingel, eine der kühleren Rasengräser, hat vergleichsweise geringe Stickstoffansprüche, doch Rasendichte und -qualität nehmen bei hoher Stickstoffversorgung ab. Wiesenschwingel hingegen benötigt nährstoffreichen Boden und bildet auf kargen Böden keinen dichten Rasen. Obwohl Rohrschwingel intensive Pflege verträgt, reagiert er deutlich auf Stickstoffdüngung. Unter den wärmeliebenden Rasengräsern haben Falsches Tausendfüßlergras, Teppichgras und Küstenpaspalum geringe Ansprüche an die Bodenfruchtbarkeit, während Bermudagras einen hohen Stickstoffbedarf hat. Zoysiagras gedeiht am besten bei hoher Düngung, kommt aber auch mit geringer Düngung zurecht.
Auch innerhalb derselben Grasart gibt es Unterschiede im Nährstoffbedarf verschiedener Sorten. So benötigt beispielsweise die Bermudagras-Sorte Texture10 mehr Dünger als Ormand, während die Wiesengras-Sorten Midnight und Glade mehr Dünger benötigen als Kenblue und Park. Sorten mit höherem Düngerbedarf müssen ausreichend versorgt werden, da sonst die Rasenqualität leidet. Bei Sorten mit geringerem Düngerbedarf führt eine Überdüngung nicht nur zu keiner Verbesserung der Rasenqualität, sondern verschlechtert diese sogar und erhöht die Pflegekosten.
Der Nährstoffbedarf von Rasenflächen variiert je nach Wachstumsphase. Bei der Neuanlage des Rasens sollte der Basisdünger 5 Gramm reinen Stickstoff pro Quadratmeter enthalten. Phosphor, Kalium usw. werden anhand von Bodenanalysen bestimmt, um festzustellen, ob und in welcher Menge sie benötigt werden. Bei etablierten Rasenflächen besteht die Düngung während der Wachstumsphase hauptsächlich aus Stickstoffdünger, Phosphordünger kann weggelassen werden. In ungünstigen Wachstumsperioden sollte weniger Stickstoff und dafür mehr Phosphor und Kalium bedarfsgerecht zugeführt werden. Um einen bestehenden, qualitativ hochwertigen Rasen zu erhalten, kann eine geringere Stickstoffzufuhr gewählt werden. Um jedoch das Wachstum von Rasenflächen zu fördern und Rasenflächen mit geringer Dichte, schwachem Wachstum oder Schäden durch Umweltbelastungen, Schädlinge und Krankheiten schnellstmöglich zu verbessern, ist eine höhere Stickstoffzufuhr erforderlich.

Der Einfluss der Umwelt auf die Nährstoffaufnahme von Pflanzen
Wenn die Umweltbedingungen für schnelles Rasenwachstum günstig sind, muss ausreichend Nährstoffversorgung gewährleistet sein. In dieser Phase ist eine ausreichende Zufuhr von Stickstoff, Phosphor und Kalium für die Trockenheits-, Kälte- und Stressresistenz der Pflanze unerlässlich. Vor und während Stressphasen sollte die Düngung jedoch kontrolliert oder vorsichtig erfolgen. Nach Abklingen des Umweltstresses ist eine gewisse Nährstoffversorgung wichtig, um die schnelle Regeneration des geschädigten Rasens zu fördern. Beispielsweise sollte die Stickstoffdüngung von Rasenflächen in der kalten Jahreszeit vor dem Einsetzen der Sommerhitze mit Bedacht erfolgen. Stickstoff fördert zwar das Wachstum und erhöht den Wassergehalt im Gewebe, verringert aber gleichzeitig die Widerstandsfähigkeit gegenüber Hitze und Trockenheit. Eine übermäßige Stickstoffdüngung im Sommer führt häufig zu schweren Rasenkrankheiten.
Die Bodenart und -struktur haben großen Einfluss auf die Fähigkeit des Bodens, zugeführte Nährstoffe zu speichern, und wirken sich auch direkt auf die Düngemittelausbringung aus. Grobkörnige Sandböden speichern Dünger schlecht und führen leicht zu Auswaschungen. Um die Düngemittelverwertung zu verbessern, sollten daher kleine Mengen mehrmals oder Langzeitdünger verwendet werden.
Nutzungs- und Pflegeintensität des Rasens
Unterschiedliche Rasennutzungen erfordern unterschiedliche Pflegeintensität und Düngeanforderungen. Golfrasen hat die höchsten Qualitätsansprüche, was auch den höchsten Pflegeaufwand bedingt. Aufgrund der intensiven Nutzung von Sportrasen ist eine regelmäßige Düngung wichtig, um die Regeneration des Rasens zu fördern. Bodenschonende und wassersparende Rasenflächen haben geringe Qualitätsansprüche und benötigen nur eine Düngung pro Jahr oder sogar gar keinen Dünger.
Rasenpflegemaßnahmen
Unter verschiedenenRasenpflegeMähen und Düngen hängen eng zusammen. Aus ästhetischen Gründen wird der Rasenschnitt oft entfernt, wodurch dem Rasen gleichzeitig viele Nährstoffe entzogen werden. Wird nicht ausreichend gedüngt, hellt sich die Blattfarbe des Rasens auf, was zu einer verminderten Rasenqualität führt. Berichten zufolge kann die Düngermenge um 30 % reduziert werden, wenn der Rasenschnitt zurückbleibt. Bei Wiesenrispenrasen der Sorte Moerion, bei denen der Rasenschnitt entfernt wird, sollte der Stickstoffbedarf während der Wachstumsperiode um 0,9 bis 1,5 Gramm pro Quadratmeter und Monat steigen. Auch die Rasenbewässerung beeinflusst die Düngung. Häufiges Bewässern führt zu einer Auswaschung der Nährstoffe und damit zu einem erhöhten Düngerbedarf.
Veröffentlichungsdatum: 13. November 2024